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19.02.2017, 21:48

1,8 Promille auf dem Fahrrad

Ich bin seit 2007 ziehendes Mitglied einer Schützenbruderschaft. Vorher habe ich Alkohol nur bei wenigen Veranstaltungen getrunken und zu Hause so gut wie gar nicht, außer vielleicht mal ein Glas Rotwein zur selbst gemachten Lasagne oder Pizza.

Mit dem Schützenwesen steigerte sich jedoch die Anzahl der Veranstaltungen rapide und ich wurde von Mal zu Mal trinkfester.

Während mir zuerst schon nach 10 Gläsern das Essen aus dem Gesicht fiel, war es zum Schluss erst nach 25 Gläsern.

Ich bin aber nie betrunken gefahren.
Wenn ich sonntags auf einem Schützenfest getrunken habe, habe ich mir montags frei genommen, um nicht fahren zu müssen.

Ich habe auch nicht auf jedem Schützenfest Alkohol getrunken, sondern nur beim eigenen alle zwei Jahre, jedes Jahr Pfingsten, bei einem weiteren jedes Jahr am zweiten Wochenende im August, und bei einem, das auch nur alle zwei Jahre stattfindet und ansonsten nicht.

Aber es gab ja noch vier Versammlungen meiner Offiziersgruppe pro Jahr und dann noch die Weihnachtsfeier und das Sommerfest und alle zwei Jahre wir ein Wochenende weg.

Ich bin außerdem seit 2010 Mitglied des ADFC. Bei den regelmäßigen Touren an den freien Sonntagen habe ich bei der Einkehr immer nur ein Weizenbier, meist sogar antialkoholisch, weil stark isotonisch und kalorienarm, getrunken.
Von daher weiß ich natürlich, dass die absolute Fahruntüchtigkeit bei Fahrradfahrer bei mehr als 1,6 Promille liegt.

Am Tattag, Sonntag 24.01.2016, bin ich mit meinem Klappfahrrad ohne Licht um 09:00 Uhr zur Herrensitzung gefahren. Zu dem Zeitpunkt fuhr noch kein ÖPNV und für ein Taxi war ich zu geizig.
Ich hatte die Absicht, am Abend ggf. mit dem Klapprad mit dem Bus nach Hause zu fahren. Der wäre jede halbe Stunde gekommen.

Auf der Sitzung haben wir mit fünf Personen von 09:30 bis 18:30 Uhr ein 10-Liter-Fass gelehrt und jeder hat noch eine Runde gegeben, so dass ich am Ende rechnerisch 15 Glas Bier 0,2 getrunken hatte.
Da ich mich noch fit fühlte und ich meistenteils stark verkehrsberuhigt ohne andere Verkehrsteilnehmer fuhr und ich niemals dachte, dass ich mehr als 1,6 haben würde, fuhr ich mit dem Klapprad zurück.
Rechnerisch hatte ich mal gelernt, dass jedes Bier 0,2 auch 0,2 Promille aufbaut und man jede Wachstunde auch 0,2 Promille abbaut und im Schlaf 0,2 Promille.
Demnach hätte ich nach 9 Stunden und 15 Bier 1,2 Promille haben sollen.

500 Meter vor Ende kam von hinten ein Streifenwagen, der mich anhielt, weil ich kein Licht hatte.
In der Anzeige stand später, dass ich in Schlangenlinien gefahren wäre, was ich bestreite.

Geblasen habe ich 2,0.
Meine BAK eine Stunde später war 1,8.
Ich wog zu dem Zeitpunkt 80 kg.

Außer den o. g. Versammlungen an Samstagen haben wir uns auch in wechselnder Besetzung immer mal wieder samstags getroffen und sind in Kneipen gegangen oder zu befreundeten Gruppen anderer Bruderschaften. Den Sonntag danach war ich regelmäßig nicht zu gebrauchen und konnte mit meiner Freundin nichts unternehmen.

Meine Freundin hatte mir vorher schon gedroht, dass sie mich verlässt, wenn ich so weitersaufe.

Das setzte sie dann durch und setzte mich am nächsten Tag nach der Tat vor die Tür.

Ich fiel in ein tiefes Loch.
Ich kaufte eine Kasten 0,33 Bier und wollte meinen Kummer ersäufen.
Ich trank die erste Flasche und müsste mich übergeben.
Das gleiche nochmal am nächsten Tag.
Also ließ ich den Alkohol in Ruhe und setzte in der Folgezeit alles daran, meine Freundin zurück zu erhalten, was mir am 08.04.2016 endlich gelang.
Ich nahm in der Anfangszeit der Trennung innerhalb von zwei Wochen 10 kg ab und wog nur noch 70 kg.

Wir sprachen uns aus und einigten uns, dass ich nur noch in ihrem Beisein Alkohol trinke und nicht mehr so viel.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich auch Kassierer der Schützenbruderschaft und insofern grundsätzlich zur Anwesenheit verpflichtet bin.

Ein Freund, der die MPU schon vor Jahren hinter sich gebracht hatte, teilte mir dann mit, dass ich doch mal versuchen sollte kontrolliert zu trinken.
Ich solle eine Excel-Tabelle mit allen Veranstaltungen erstellen und immer eintragen, was ich trinke.
Ich dürfte aber an max. 12 Veranstaltungen Alkohol trinken und dann auch so, dass ich am Ende nicht mehr als 0,3 Promille hätte und ich sollte auch immer aufschreiben, wie ich zu der jeweiligen Veranstaltung gekommen wäre und wieder von dort weg und ich solle nie mit Auto oder Fahrrad zu einer Veranstaltung fahren, wo ich Alkohol trinken würde.

Ich rechnete für mich selber aus, dass ich ein Glas Bier 0,2 pro Stunde trinken könnte und entschied zusätzlich, wie die meisten Frauen unserer Bruderschaft, Drecksack (Pils mit Cola) zu trinken.
Ich lud mir eine Tabelle im Internet herunter, die den Promillewert in Abhängigkeit vom Alkohol errechnet und kam bei dieser Methode niemals über 0,3 Promille (der magische Wert, wie ich gelesen habe) und danach müsste ich am Tattag bei 80 kg Körpergewicht am Ende 1,16 Promille gehabt haben, aber egal. Ich habe eindeutig den Fehler gemacht, in dem Zustand überhaupt noch zu fahren.

Ich erstellte eine Excel-Tabelle mit allen Veranstaltungen 2016 und Bemerkungen dazu.

Hinsichtlich der Schützenfeste entschied ich, den jeweiligen Sonntag keinen Alkohol zu trinken, sondern nur an den Einladungstagen (meist Samstag) und auch dort nur so, dass insgesamt an maximal 12 Veranstaltungen Alkohol getrunken wurde.

Das erste Schützenfest war das über Pfingsten.
Eingeladen waren wir Pfingstsonntag. Wir zogen um 19:30 ein. Ich trank zunächst zwei Spezi und aß mir dann ein Schaschlik. Um 21:00 bestellte ich den ersten Drecksack und danach zwei Spezi und so hielt ich es bis 01:00 Uhr und hatte demnach insgesamt vier Drecksack in vier Stunden getrunken und hatte nach meiner Tabelle bei 70 kg Körpergewicht 0,23 Promille. Ich bin zu Fuß hin und auch wieder zurück gekommen.

Beim Schützenfest Anfang August trank ich das nächste mal wie vor die vier Drecksack in vier Stunden und ansonsten Spezi.

Bis dahin hatte ich acht Veranstaltungen, davon ein Schützenfest, bei denen ich nur Spezi trank.

Das nächste Mal trank ich wie oben beschrieben auf der Weihnachtsfeier meiner Schützengruppe und auf der Weihnachtsfeier meiner Dienststelle Krefelder (Alt mit Cola).

Bei einer Geburtstagsfeier im Sommer trank ich wieder nur Spezi und auch beim letzten Schützenfest Ende August.

Im September nahm ich am Stadtradeln teil und bin vier Wochen lang mit dem Fahrrad zum Dienst, 50 km pro Tag.
Ich kam auf der Rückfahrt immer an der Bolten Brauerei mit bestem Wetter und Biergarten vorbei.
Am vorletzten Tag kehrte ich ein und trank ein Bananenweizen und aß eine Brezel.

Ansonsten brackt Silvester ein Freund ein paar Flaschen Bier 0,33 mit.
Ich trank eine und um 12 ein glas Sekt.

Weiteren Alkohol habe ich 2016 nicht getrunken.

Da meine Freundin so gut kocht und sich auch bedingt durch die vielen Spezi hatte ich mittlerweile 85 kg.

Also war der gute Vorsatz für 2017 wieder abzunehmen und da ich mit paläolithischer Ernährung in 2012 gute Erfahrungen gemacht habe (damals trotz Alkohol), entschloss ich mich dazu, unter Weglassung auch sämtlichen kohlehydratreichen Alkohols.
Auf diese Weise habe ich bisher 8 kg abgenommen.

Schon durch das KT hatte ich wieder jeden Sonntag zur Verfügung. Wir konnten viele Radtouren mit dem ADFC machen und waren in allen möglichen Freizeitparks und Spaßbädern mit den beiden Mädchen meiner Freundin.

Dass man, wenn man AB betreibt besser auch Nachweise hat, erfuhr ich erst Anfang Februar durch Internetrecherche im Zusammenhang mit den Kosten einer MPU. Ich sollte nämlich fast 800 Euro zahlen und erreichte nach Recherche, dass mir die Fsst Fristverlängerung gewährt und jetzt mache ich die MPU Mitte März und zahle Euro 414,12 inklusive Kopie vom Gutachten.

Jedenfalls erfuhr ich erst über diese Internetrecherche von den Abstinenznachweisen.

Im Januar müsste ich sowieso zum Checkup und bekam ein großes Blutbild.
Ich hatte meinem Arzt gesagt, dass ich eine MPU erwarte und so erhielt das Blutbild auch die hier geforderten Werte, weit unter Norm.

Ich werde nochmal eines nach Karneval machen und hoffe, dass ich den Gutachter bei der MPU Mitte März überzeugen kann.

Was meint ihr?

Danke schon mal im Voraus!

  • »TazmanischerT« ist männlich

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2

20.02.2017, 15:47

Hallo Bilbo,
erstmal Willkommen im Auenland der MPUler ;)

Ich muss schon ganz ehrlich sagen, ich finds erstaunlich das Du so genau weißt
was du wann und wieviel getrunken hast. Zeigt das Du da deine Hausaufgaben gemacht hast.

Für das KT ( Kontrolliertes Trinken ) gibt es Richtlinien, ob Du diese nun eingehalten hast kann ich
Dir allerdings beim besten willen nicht sagen, da schaust Du am besten mal hier im Forum in den FAQ nach.
Unser "Phsycho" , Mark oder Floechen können Dir da mit Sicherheit auch mehr zu sagen.
Ich selbst bin halt ABler und es kam kein KT in Frage, von daher habe ich mich damit auch gar nicht
erst beschäftigt.

Zu den Abstinenz Nachweisen sei gesagt, diese sind keine Pflicht wenn Du so zu einer MPU gehst.
Mein Verkehrsphsychologe sagt aber immer wieder : Diese Nachweise sind die Blumen die Du deiner Freundin nach
einem Streit mitbringst, somit deine Eintrittskarte zur MPU.
Es zeigt immer das man zumindest etwas Schwarz auf Weiß in der Hand hat.

Ob nun in deinem Fall wirklich Notwendig kann ich nicht beurteilen.
Ist auch von Fall zu Fall unterschiedlich. Bei mir wars halt Zwingend Erforderlich da von
einer Starken Gewöhnung ausgegangen wurde.


So im großen und ganzen liest sich dein Fall aber schon ganz gut, nur eines fehlt mir da so etwas.
Man liest ja mittlerweile nicht nur die Zeilen, sondern auch etwas dazwischen.

- Du hast in der Vergangenheit eher überdurchschnittlich getrunken und es dann eingestellt. Weil die Freundin mitmal weg war.
- Anreiz weniger zu Trinken war da. Weil die Freundin wieder kommen sollte.
- Freundin war wieder da.
- Du hast mitmal einiges zugenommen.
- Dann bist du von KT zu AB gewechselt weil zu viel zugenommen hast. Ziel : Abnehmen.

Nur was ist denn nun, wenn mitmal die Freundin aus einem anderen Anlass dazu bewegt wird Dich zu verlassen?
Was ist wenn du wieder dein Idealgewicht hast? Gehen dann wieder ein paar Bier?

Kurz gesagt, eine Vermeidungsstrategie fehlt da noch so etwas. ( Arbeite selbst auch noch an meiner)
Die sehr wichtig ist für die MPU.

Es geht ja nicht nur darum Dinge über eine Gewisse Zeit zu ändern, sondern dauerhaft.
In Guten wie in Schlechten Zeiten. Und Du musst das gut dalegen können beim Gutachter.

Das ist wie ein Kreislauf den Du schließen musst.

Will Dich da nun nicht total konfus machen , da deine MPU nun auch nächsten Monat ansteht,
nur solltest Du das nicht außer acht lassen meiner Meinung nach.
Wenn da beim Gutachter mitmal die Frage auftaucht wie Du denn vermeiden möchtest wieder zum Alkohol zu greifen,
wie begründest Du das?


Das ist so aktuell meine Sicht, so an sich hast du schon ein echt großes Stück geschafft.


Und was Du auch nicht vergessen solltest.
Eine MPU mit der AB Absicht zählt nicht nur bis zur MPU, sondern ist eine Entscheidung für den Rest deines Lebens.
Anmerke : Auch als Fussgänger kannst Du danach unter Alkohol in den Straßenverkehr eingreifen, wirst Du so
irgendwie auffällig unter Alkohol wird es unter Umständen an die Führerscheinstelle weiter geleitet und es wird
im ernstfall erneut eine MPU gefordert)
Will Dir da keine Angst machen, nur alles Punkte die Du bedenken solltest.


EDIT :
Habe Dir mal den Link zum KT rausgesucht.
Kontrolliertes Trinken (KT)

Lg
Micha
"An ärger festhalten ist als wenn du ein glühendes Stück Kohle in der Hand
hälst um es nach jemanden zu werfen"

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »TazmanischerT« (20.02.2017, 16:13)


3

20.02.2017, 15:54


Wenn da beim Gutachter mitmal die Frage auftaucht wie Du denn vermeiden möchtest wieder zum Alkohol zu greifen,
wie begründest Du das?


Da lagen auch etwas meine Defizite - daher meine Kursempfehlung. Generell habe ich mich zu wenig mit dem Thema Alkohol selber, wie er abgebaut wird etc., beschäftigt.

  • »TazmanischerT« ist männlich

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4

20.02.2017, 15:58

Genau das ist oftmals das Problem was ich auch immer wieder hier lese.

""Ich habe mal getrunken, ich hatte da Probleme, ich habe meine Probleme in den Griff bekommen, ich trinke nicht mehr.""

Nur das da auch mal wieder ein neues Problem auftauchen kann, was man nun so noch gar nicht im Kopf hat,
das vergessen viele. Ich habs genauso vergessen, so vieles geändert, fühle mich wunderbar....aber die Vermeidungsstrategie
vollkommen außer Acht gelassen.

Ich mein , zu weit ausschweifen sollte man da nun auch nicht "Es könnt ja auch morgen den Urknall geben"....aber
so ganz außer Acht lassen sollte man das Thema doch nicht.
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  • »TazmanischerT« ist männlich

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5

20.02.2017, 16:06

Um das mal kurz zu erläutern.

Eine Notiz aus meinen Unterlagen.

-------
Warum lebe ich heute Abstinent?
Warum sollte ich Stabil sein?


Früher :
- Ich habe Alkohol in großen Mengen Konsumiert
- Konnte meine Probleme nicht bewältigen.
- Sehr negatives Selbstwertgefühl
- Alle anderen haben es geschafft, nur ich nicht.

Heute :
- Nicht andere , sondern ich Arbeite daran es zu schaffen.
- Ich habe ein Positives Selbstwertgefühl durch erreichen meiner Ziele aber auch Rückschläge hauen mich nicht um.
- Probleme werden geklärt bevor es zu Rückschlägen kommt.
- Ich Trinke keinen Alkohol mehr um Probleme Zeitig zu erkennen.


Wie man sieht ist das der Kreislauf von dem ich Sprach,
läßt man eines wegfallen und kümmert sich nicht mehr darum bricht der ganze Kreislauf zusammen.

Heißt ich muss vermeiden das es zu einem Zusammenbruch kommt.
Und das ist dann die Vermeidungsstrategie....und da hängts auch bei mir noch etwas.
Weil ich das nicht erklären kann.

Lg
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