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1

29.03.2011, 02:29

Mit 2,6 Promille Zaun angeditscht, Polizei hat mich zu Hause gestellt

Hallo zusammen,

bevor ich mit der ganzen Story rumkomme und mich ausfühlich vorstelle, stelle ich erst mal eine dringende und eilige Frage: Brauche ich einen Anwalt?

In einem anderen Post las ich von meinem Leidensgenossen Marcel23, dem Studenten der Rechtswissenschaften. Wir haben auf den ersten Blick ganz ähnliche Sachverhalte, daher las ich in seinem Threat. An einer Stelle ziemlich weit vorne wurde gesagt, dass der von ihm konsultierte Anwalt leider rausgeschmissenes Geld sei.

Ich kann mich morgen (Dienstag) früh um 10:00h bei der Polizeidienststelle zur Sache äußern, mir wurde gesagt, es würde mir nicht schaden, wenn ich die Aussage verweigern würde, und wenn ich einen Anwalt hätte, würde sich der Termin erledigen.

Ganz kurz nur die Eckdaten, wie gesagt reiche ich eine ausführliche Version umgehend nach:

- Alkoholfahrt mit festgestellten 2,4 o/oo im Atem- und 2,6 o/oo im Bluttest (hat mir der Polizeibeamte später im Telefonat mitgeteilt)
- Schaden an einem Zaun verursacht, bin danach nach Hause gefahren worden, aber Augenzeuge rief die Polizei
- Polizei klingelte mich heraus, ließ mich blasen, nahm mich mit zum Bluttest, Führerschein wurde sichergestellt.

Über eine schnelle Antwort würde ich mich freuen, denn ich hatte eigentlich schon entschieden, den Termin morgen Früh kurzfristig abzusagen und mich zu einem Anwalt zu begeben.
Nachdem ich den Threat von Marcel23 gelesen habe, bin ich nicht mehr so sicher, ob das so richtig ist. Ich bin nicht rechtsschutzversichert und würde alles selbst bezahlen. Ich würde nun morgen den Termin - falls ich heute Nacht keine Antwort bekomme, was ja sehr wahrscheinlich ist - trotzdem mit der Anwaltsbegründung absagen, um ggf. übermorgen oder Donnerstag einen neuen Termin abzusprechen, mit der Begründung, ich hätte mich umentschieden.

Ich kann sehr gut nachfühlen, wie Marcel23 sich in seinen ersten beiden Postings gefühlt hat (er war völlig fertig mit der Welt), ich durchlebe es auch gerade.

Ok, ich gehe nun erst mal zu Bett und sehe in sechs Stunden nach, ob sich hier etwas getan hat ...

Viele Grüße, whippie

2

29.03.2011, 04:07

hast glück das ich noch wach bin... na dann wollen wir mal:

Der folgende Text ist keine Rechtsberatung, vor Gericht kann man sich auf Folgendes nicht berufen. Es handelt sich um Rechtstipps, auf die jeder im Internet zugriff hat/haben kann!

Bist du ADAC Mitglied? Wenn ja hast du Glück, der ADAC zahlt die Rechtsberatung durch ADAC-Anwälte, kostet dich dann also nix. Einfach auf die Homepage vom ADAC unter "Info,Test, Rat" --> auf Rechtsberatung, unten ist eine Suchmaske für Vertragsanwälte des ADAC, da gibst du deine Stadt ein --> Suchen, bei dem Anwalt anrufen der in deiner Stadt ist, Termin machen, abklären, Mitgliedkarte mitnehmen. Du kannst morgen auch bei der Polizei anrufen und fragen ob du an einem anderen Tag eine Aussage machen kannst, weil du erstmal mit deinem Anwalt sprechen willst, da sagen die meistens nix.

Wenn kein Mitglied, auch nicht schlimm, Anwalt ist eigentlich erstmal nicht nötig (es sei denn du bist beruflich auf den FS angewiesen, dann muss man nochmal gucken, aber viel wird er dir auch nicht helfen) dann gehts so weiter:

Wie alt bis du? Wenn unter 21 gibts eine Gerichtsverhandlung, wegen Jugendstrafrecht, wenn nicht wird das ganze per Strafbefehl durchgeführt, dabei ist zu beachten, dass du beim Strafbefehlsverfahren, wenn du auf die Aussage bei der Polizei verzichtest keinen Anspruch auf rechtliches Gehör mehr hast, dass heißt, es ist keiner mehr verpflichtet dich anzuhören, dann wird alles per Aktenlage gemacht.

In den meißten Fällen ist von einer Aussage bei der Polizei abzuraten, aber dass ist Personenabhängig. Die Meißten reden sich um Kopf und Kragen und machen alles nur noch schlimmer. In deinem Fall kann man wohl davon ausgehen, dass du Fahrerflucht begangen hast, da du dich nicht am Unfallort aufgehalten hast, zumindest jedoch keine angemessene Zeit gewartet hast und wahrscheinlich auch nicht die Unfallstelle gesichert hast. Du könntest versuchen dich wegen des Entfernens vom Unfallort zu rechtfertigen, aber im Grunde sinnlos, es wird nix helfen. Wie willst du das auch rechtfertigen, Angst, Panik etc. ist kein Grund. Ich hab damals die Polizei gerufen, das wurde für mich positiv gewertet. Bei dir ist es wie bei mir: "Res ipsa loquitur" (die Sache sprich für sich) Angaben sind fpr Polizei und Staatsanwaltschaft nicht nötig, weil du denen bereit alle Beweise geliefert hast, es sind keine Zweifel mehr vorhanden. Könntest du beweisen, dass du nicht gefahren bist ist das was anderes, aber es gibt Augenzeugen, also vergiss es.

Wenn das Strafbefehlsverfahren (nach 4-6 Wochen, selten, aber manchmal auch bis zu drei Monaten) abgeschlossen ist, wird dir ein Brief zugeschickt in dem Strafmaß und Kosten etc. drin stehen. Ab dem Eingang des Strafbefehls bei dir im Briefkasten fängt dann eine 2 wöchige Frist an zu laufen, in der du einen Einspruch (als Rechtsmittel) gegen das Urteil einlegen kannst. Ab da hast du dann wieder einen Anspruch auf rechtliches Gehör, es kommt zu einer Gerichtsverhandlung. Du kannst auch nur gegen bestimmte Teile des Strafbefehls Einspruch einlegen (z.B: gegen Länge der Sperrfrist oder gegen die Anzahl/Berechnung der Tagessätze (Geld was du als Strafe zahlen musst)). Bei Einspruch gegen Tagessätze kommt es zu keiner Gerichtsverhandlung, das wird verwaltungsrechtlich dann nochmal geprüft, aber das nur am Rande mal angemerkt.

Deine Strafbarkeit ohne Kenntnis des genauen Geschehensablauf, wahrscheinlich: § 315 c Abs. 1 Nr. 1 a, Abs. 3 Nr. 1 und 2 (wenn Sachschaden höher als 500 €, bei Zaun wahrscheinlich), § 316, § 142 StGB. --> bei Ersttat meist bis zu 17 Monate Führerscheinentzug + die Tagessätze + MPU halt.

Mein Tipp: Aussage verweigern (du kannst dich zwar nicht entlasten aber auch nicht belasten), dann geht die Akte nach Bearbeitung durch die Polizei direkt an die Staatsanwaltschaft. Dann bei der StA innerhalb der nächsten Tage der anrufen und fragen, ob du mit dem für dich zuständigen StA sprechen könntest, wenn die Akte angekommen ist, vllt gibt der dir einen Termin oder klärt mit dir alles telefonisch, dann kannst du ihm direkt alles erklären, wenn er Zeit und Lust hat, aber nicht bevor du mir erzählt hast was genau wann, wo, wie mit wem etc. passiert ist und wie du das dem erzählst, sonst redest du dich bei dem um Kopf und Kragen. Wer da anruft und nach dem Motto, mir egal erzählt hat schon verloren. Das einzige was man machen kann ist Schadensbegrenzung, Strafe kommt auf jedenfall, ist nicht abwendbar. Durch ein Telefonat mit dem StA kann man noch Einfluss bezüglich der Tagessatzberechnung nehmen, die Beeinflussung des Strafmaßes ist unwahrscheinlich, aber mit ein bisschen Schauspielkunst in ganz seltenen Fällen möglich,

Wenn der Strafbefehl da ist kann man immernoch rechtliche Schritte einleiten.

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich hier um keine Rechtsberatung im Sinne der Rechtsanwaltsverordnung handelt. Die hier getätigten Informationen sind reine Rechtstipps, auf die im Übrigen jeder zugriff im Internet hat oder haben kann. Hiergenannte Strafbarkeiten und/oder die vorgeschlagenen Handlungweisen sind ohne Gewähr.

Die Erklärung ist wichtig, weil ich noch keinen Abschluss in Jura habe, ergo keine Rechtsberatung durchführen kann/darf. Erklärt der Rechtsbratende dem Beratenen gegenüber, dass es sich um eine (kostenpflichtige) Rechtsbratung handelt und ist der Beratende Rechtsanwalt, können bei falscher Beratung zivilrechtliche Schritte eingeleitet werden. Führt ein Jurastudent eine Rechtsbratung durch, so macht er sich strafbar, wenn er nicht zumindest das erste Staatsexamen vorweisen kann.

Na super, jetzt ist es schon wieder 4 und ich bin müde. Was solls, geb morgen bescheid was du gemacht hast und dann gib Info über alles was passiert ist, ansonsten kann man kaum helfen. Antworte erstmal auf die folgenden Fragen:

Bist du Ersttäter, oder bist du schonmal mit Alkohol im Straßenverkehr aufgefallen?

Hast du den Führerschein freiwillig der Polizei übergeben?

Hast du dich gegenüber der Polizei in irgendeiner Weise geäußert?

Wie weit bist du gefahren? Waren Personen außer dir im Auto? Wie ist es zum Unfall gekommen?

Was hast du getrunken (schreib dir das gleich auf bevor du es vergisst, ist für später wichtig)? Wann hast du angefangen zu trinken?

Wieviel und an welchen Tagen trinkst du Alkohol? Wie oft im Monat? Seit wann? Was trinkst du meißtens (Bier, Wein, Schnaps)?

Warum bist du gefahren? Gab es Alternativen heim zu kommen? Fährst du öfters unter Alkoholeinfluss?

Das sind die Fragen die mir auf die Schnelle einfallen.

Gute Nacht! :sleeping:
:bier: Kultur ist ein sehr dünner Firnis, der sich leicht in Alkohol auflöst. :bier:
Aldorus Huxley

3

29.03.2011, 07:36

das dringlichste zuerst, weil um 10.00 uhr termin_

mach von dem aussageverweigerungsrecht gebrauch!!
das ist dein recht als beschuldigter und darf dir nicht zum nachteil ausgelegt werden.

also, klappe halten bei der polizei.
Besser heimlich schlau, als unheimlich blöd.

4

29.03.2011, 07:47

Der folgende Text ist keine Rechtsberatung, vor Gericht kann man sich auf Folgendes nicht berufen. Es handelt sich um Rechtstipps, auf die jeder im Internet zugriff hat/haben kann!

schreib das doch in deine signatur, dann musst es nicht 2x im text wiederholen :fies
Besser heimlich schlau, als unheimlich blöd.

5

29.03.2011, 12:09

Das war eine einmalige Sache, hier handelt es sich ja auch um ein MPU-Forum, nicht um ein Verkehrsrechtsforum, war nur gerade online und hab mein bisher erlangtes Wissen weiter gegeben. :D Deshalb hab ich nicht in der Signatur. Wenn ich fertig mit dem Studium bin helfe ich gerne als Rechtspfleger hier aus, bis dahin bleiben Rechtstipps von meiner Seite die Ausnahme ^^
:bier: Kultur ist ein sehr dünner Firnis, der sich leicht in Alkohol auflöst. :bier:
Aldorus Huxley

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