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05.10.2007, 15:59

MPU nach "Fahrrad-Tour"

Hallo Leute, mir steht am Montag meine MPU bevor und ich wollte mir hier noch ein paar Tipps holen. Folgendes wird mir zur Last gelegt:
Im Juli 2006 befand ich mich nach einer Party mit dem Fahrrad auf dem Heimweg. Natürlich wurde ich angehalten und hatte auch einen ziemlich hohen Blut-Alkohol-Wert (2,2 Promille). In der Folge wurde ich zu 400 € Geldstrafe verurteilt und dazu aufgefordert mich zur MPU zu begeben. Die steht nun am Montag an. Hier meine Antworten auf die "Gretchenfragen":

1. warum hast du soviel getrunken zum/vor zeitpunkt deiner auffälligkeit.
Zu 1) Wir waren mit ein paar Freunden auf drei Parties hintereinander. Zuerst waren wir Grillen, anschließend ging es zu einer Geburtstags-Feier und von dort weiter zu einer weiteren Feier. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich viel und ausgiebig getrunken. Normalerweise war dann immer ab einem bestimmten Punkt Schluss bei mir, weil ich mich dann nicht mehr unter Kontrolle hatte und gebrochen habe bzw. einfach eingeschlafen bin. Dadurch, dass ich an diesem Tag aber auf "drei Hochzeiten" hintereinander getanzt habe, habe ich überall mit anderen quasi wieder bei Null angefangen zu trinken. Insgesamt war es in meinem damaligen Freundeskreis gang und gebe sich regelmäßig "abzuschießen". Das steigerte sich seit ich 16 war immer mehr und fand dann an diesem unrühmlichen Abend seinen Höhepunkt.

2. wieviel am tattag / WARUM am Tattag (Grund)

Zu 2) Das ganze begann wie gesagt bereits beim Grillen. Dort wurde erstmal mit Bier angestoßen und gewartet, bis das Fleisch durch war. Das dürften circa 4 bis 5 Bier gewesen sein. Anschließend sind wir zu der Geburtstagsfeier gelaufen, das ging es dann mit Schnaps weiter. Circa 4 "Pfeffi" und zusätzlich Weinbrand mit Cola gemischt, circa 4 Becher a 0,2 l. Ab da wird meine Erinnerung dann lückenhaft, aber hinterher habe ich den Abend aus Gesprächen mit "Freunden" so rekonstruiert, dass wir bei der Garagenparty auch nochmal ordentlich zugelangt haben, weil die Getränke dort kostenlos waren. Also nochmal geschätzte 4-5 Becher Weinbrand-Cola und zahlreiche Wodka pur.

3. wie schätzt du dein Trinkverhalten in der Vergangenheit ein?
Zu 3) Mein Trinkverhalten in der Vergangenheit war absolut überbordend und unverantwortlich. Durch den sozialen Druck bzw. die Umstände, dass ich quasi in diesem Freundeskreis groß geworden bin und so Stück für Stück an den Alkohol gewöhnt worden bin, ohne mir darüber jemals Gedanken zu machen, hatte ich meinen Alkohol-Konsum nicht mehr richtig unter Kontrolle.

4. kannst du deine einschätzung nachvollziehbar erklären?
Zu 4.) Wie gesagt, es kam an den Wochenenden regelmäßig dazu, dass wir und "abgeschossen" haben. In den umliegenden Stadtteilen hatten wir da sogar schon einen schlechten Ruf als Säufertruppe - damals war mir das egal, aber heute ist mir das mehr als peinlich. Das Ganze hat mich auch persönlich mehr und mehr in ein tiefes Loch gezogen - ich hatte Motivationsprobleme und konnte Dinge, die ich mir vorgenommen hatte, selten zu Ende führen. trotz guten Abiturs stand meine Zukunft auf dem Spiel.

5. gabs veränderungen in deinem trinkverhalten nach der fahrt?
Zu 5.) zunächst lief alles weiter wie zuvor. Erst mit dem Eintreffen des ersten Briefes vom Gericht, begann bei mir ein Denkprozess einzusetzen. Mir wurde bewusst, dass mein Handeln unverantwortlich war und nicht nur mich, sondern auch andere in Gefahr gebracht hat. Zunächst nur durch die, für meine Verhältnisse, hohe Geldstrafe motiviert, wurde mir in der Folge bewusst, dass mein Verhalten nicht irgendwelchen äußern Umständen zuzuschreiben war, sondern einzig und allein mir selbst und meinem viel zu hohen und viel zu regelmäßigen Alkoholkonsum. Seit dem hat sich mein Trinkverhalten drastisch verändert.

6. welche veränderungen sind das?
Zu 6.) Gleichzeitig mit diesem Denkprozess, habe ich auch einen Prozess der "inneren Reife" durchgemacht. Ich bin von zu Hause ausgezogen und habe mein Studium 400 km von zu Hause entfernt angefangen. Dort habe ich wieder bei Null begonnen, was es mir natürlich erleichterte, mich von meinem alten Freundeskreis, der weiter macht wie bisher, abzukapseln und mir einen neuen Freundeskreis aufzubauen. Dort wird kein Wert mehr auf Saufgelage gelegt, natürlich trinkt man dort auch ab und an Bier oder Schnaps - aber im Mittelpunkt von Feiern steht Konversation und nicht gezielter Abschuss.

7. sind die veränderungen ausreichend?
Zu 7.) Ich bin der Meinung, dass die Veränderungen ausreichend sind. Eine Rückfall-Gefahr in alte Verhaltensmuster ist nicht gegeben, da ich in der Zwischenzeit auf eigenen Füßen stehe und gelernt habe, Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen.

8. durch was bist du dazu motiviert worden?
Zu 8.) War es, wie erwähnt zunächst die hohe Geldstrafe, die den Denkanstoß gab, steigerte sich das Empfinden bald dadurch, dass meine alten Freunde sich mehr und mehr von mir abgewendet haben, wenn ich nicht mehr "mitzog". Da wurde mir bewusst, dass es keine Freunde wraen, sondern "Saufkumpanen".

9. wie erlebst du diese veränderungen?
Zu 9) Ich erlebe diese Veränderungen sehr positiv. War ich früher ziellos und lebte einfach in den Tag hinein, habe ich jetzt ein Studium angefangen, das mir hundertprozentig gefällt, einen neuen Freundeskreis, der mir mehr gibt, als der alte und insgesamt ein großes Stück an Erfahrung im Umgang mit Verantwortungsbewusstsein gelernt. Ich möchte diese Alkoholfahrt trotzdem nicht missen, da erst sie mir ein Umdenken ermöglicht hat.

10.wie willst du trunkenheitsfahrten künftig vermeiden?
vermeidungsstrategien?
wie willst du in zukunft verläßlich alkohol und kfz trennen?
Zu 10) Ich bin auch zu meiner "aktiven" Zeit nie Auto gefahren, wenn ich getrunken habe, da ich generell extrem selten unterwegs war und wenn, dann mit dem Fahrrad. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Zudem habe ich zwei Bekannte durch Autounfälle, bei denen Alkohol im Spiel war, verloren bzw. diese haben sich schwer verletzt. Ein Grund mehr, vor den Folgen gewarnt zu sein. Im Zweifelsfall würde ich immer ein Taxi rufen.

11.warum sind deine einstellungs-/verhaltensänderungen ausreichend?
Zu 11.) ??? Hatte ich ja eigentlich schon in den vorhergehenden Fragen beschrieben, oder?

12. du hattest am delikttag einen hohen BAK, warum hältst du dich nicht für alkoholabhängig oder warum ist keine abhängigkeit eingetreten?
Zu 12) Ich halte mich nicht für alkoholabhängig, weil ich meine Trinkgewohnheiten mittlerweile im Griff habe. Rückblickend gesehen war der Vorfall sogar ein Gewinn, da er mir die Augen geöffnet hat und mich vor einer durchaus im Bereich des Möglichen liegenden Abhängigkeit bewahrt hat.

13.angenommen du möchtest in Zukunft lieber abstinent bleiben,
warum traust du dich nicht mehr Alkohol zu konsumieren?
Zu 13 bzw 14.) Es hat nichts mit "trauen" zu tun, sondern damit, dass sich mir der Sinn nicht erschließt, sich gegenseitig anzulallen und das dann "Party machen" zu nennen. Für mich sind diese Zeiten definitiv vorbei - mein "neues" Leben gefällt mir wesentlich besser!

Soweit so gut: Was sagt ihr dazu??

2

05.10.2007, 21:42

RE: MPU nach "Fahrrad-Tour"

Zitat

Original von Hagen
2. wieviel am tattag / WARUM am Tattag (Grund)

Zu 2) Das ganze begann wie gesagt bereits beim Grillen. Dort wurde erstmal mit Bier angestoßen und gewartet, bis das Fleisch durch war. Das dürften circa 4 bis 5 Bier gewesen sein. Anschließend sind wir zu der Geburtstagsfeier gelaufen, das ging es dann mit Schnaps weiter. Circa 4 "Pfeffi" und zusätzlich Weinbrand mit Cola gemischt, circa 4 Becher a 0,2 l. Ab da wird meine Erinnerung dann lückenhaft, aber hinterher habe ich den Abend aus Gesprächen mit "Freunden" so rekonstruiert, dass wir bei der Garagenparty auch nochmal ordentlich zugelangt haben, weil die Getränke dort kostenlos waren. Also nochmal geschätzte 4-5 Becher Weinbrand-Cola und zahlreiche Wodka pur.

Für die MPU musst du mit den Angaben der Trinkmengen viel konkreter werden. Der GA muss die Möglichkeit haben, deine Promille am Tattag nachzuvollziehen.

Wie groß war denn das Bier? ?( Hast du die Mengen mal in einem Promille-Rechner nachgerechnet?

Insgesamt scheint mir das alles sehr dünn zu sein. Du musst versuchen viel ausführlicher auf die Fragen einzugehen. Bei der MPU ist das ja kein Frage-Antwort-Spiel, sondern du musst deine TF, wie es dazu gekommen ist, wie früher deine Trinkgewohnheiten waren und was du jetzt geändert hast, darlegen.
Beim ersten durchlesen ist mir zum Beispiel nicht richtig klar geworden, ob du jetzt KT oder AB betreibst. Scheinbar lebst du Abstinent, aber überzeugend konnte ich das nicht raus lesen.

:kratz2:Vielleicht täusche ich mich ja auch und du kannst das nur nicht so gut schriftlich rüber bringen, bist aber beim Vortragen viel redegewandter? Wie hast du dich bis jetzt eigentlich vorbereitet (VP, Bücher, Foren, Leberwerte)?

Was waren deine inneren Trinkmotive?
Gruß Ichbins

3

05.10.2007, 22:24

"Für die MPU musst du mit den Angaben der Trinkmengen viel konkreter werden. Der GA muss die Möglichkeit haben, deine Promille am Tattag nachzuvollziehen."
Also ich hab das mit dem Promillerechner nachgerechnet.Wie gesagt, es ist schwer, ne genaue Mengenangabe zu machen, weil es sich a) über den ganzen Abend verteilt hat und ich b) ab der Hälfte des Abend nichts mehr weiß. Aber circa sieben bis acht Bier zu je 0,5 l und 10 Schnaps zu 2cl dürften es gewesen sein. Das ganze in der Zeit von 18 bis 04:00 Uhr früh.

"Scheinbar lebst du Abstinent, aber überzeugend konnte ich das nicht raus lesen."
Ich lebe jetzt nicht abstinent, trinke aber, wie übrigens auch damals schon, nur am Wochenende. Und da maximal zwei oder drei Bier, keine Riesen-Mengen mehr. Das ist eben der fundamentale Unterschied zu früher. Das werde ich natürlich im Gespräch wesentlich ausführlicher abhandeln, als hier. Meine Vorbereitungszeit war recht kurz, da das ganze innerhalb von einem Monat vom ersten Anschreiben bis zur MPU laufen musste und ich jetzt erst vor ner Woche nen Termin bekommen habe. Viel mehr als die diversen Foren zu durchstöbern war also nicht drin. :(
Bezüglich der Leberwerte: Ist das ein Muss, oder reicht es nicht, wenn ich im Gutachten glaubhaft vermitteln kann, dass sich durch den Umzug und die komplette Änderung meines sozialen Umfelds meine gesamte Einstellung zum Alkohol geändert hat?

Innere Trinkmotive: Wie gesagt, es war so ein Gewohnheits-Ding. Ich fand dadurch nach und nach mehr Anerkennung im Freundeskreis, der sich größtenteils komplett darüber definiert hat. Der Alkohol hat mein Selbstwertgefühl gestärkt, in nüchternem Zustand war bzw. hatte ich den Eindruck ich wesentlich unkommunikativer zu sein, so dass der Alkohol, quasi als Flucht-Bewegung aufzufassen ist.

4

05.10.2007, 23:26

Tja ich weiß nicht auf den ersten Blick sieht das ja alles nicht verkehrt aus aber irgendwie ist es mir zu schwammig.So ein großer Fachmann in Sachen Alk bin ich auch nicht.

Warum mußt du jetzt so kurzfistig zur MPU wenn der Vorfall bereits 2006 war ? Habe ich nicht so ganz verstanden.

Da du noch sehr jung bist sind 2,2 schon mehr als heftig und dann auch noch Fahrrad gefahren das zeugt von einer sehr großen Alkgewöhnung.

Ein paar Leberwerte wären nicht schlecht gewesen.Sind aber bei KT nicht zwingend notwendig.

Du schreibst du bist nicht alkoholabhängig und hast dich für kontrolliertes Trinken entschieden.Aber an jedem Wochenende ?

Irgendwie lese ich in deinen Ausführungen immer eine gewisse Schuldzuweisung an den alten Freundeskreis.Ganz überspitzt gefragt hat man dir einen trichter in den Hals gesteckt und dann den Alkohol eingeflößt.

MPU bedeutet dem Gutachter in welcher Form auch immer (es gibt Frage-Antwort aber auch nun erzählen sie mal.....das dauert bis zu 1 Stunde)

darzulegen wie sich deine Persönlichkeit verändert hat.

Lies mal den FAQ Bereich für Alkohol genau durch.

Carpe Diem

5

06.10.2007, 09:06

Zitat

Original von Carpe Diem
Warum mußt du jetzt so kurzfistig zur MPU wenn der Vorfall bereits 2006 war ? Habe ich nicht so ganz verstanden.

Weil mir die Führerschein-Stelle erst vor rund nem Monat überhaupt mitgeteilt hat, dass ich zur MPU muss und dafür nur bis November Zeit habe. :(

Zitat

Original von Carpe Diem
Du schreibst du bist nicht alkoholabhängig und hast dich für kontrolliertes Trinken entschieden.Aber an jedem Wochenende ?

Nein, eben das ist der Unterschied zu früher: Gab ich mir damals an jedem Wochenende die Kante, ist es heute so, dass ich maximal an drei oder vier Tagen im Monat überhaupt Alkohol zu mir nehme und dann auch maximal drei Bier zu 0,5 Litern.

Zitat

Original von Carpe DiemIrgendwie lese ich in deinen Ausführungen immer eine gewisse Schuldzuweisung an den alten Freundeskreis.Ganz überspitzt gefragt hat man dir einen trichter in den Hals gesteckt und dann den Alkohol eingeflößt.

Nein, hat man natürlich nicht. ;) Ich versuche dadurch nur deutlicher herauszustellen, dass sich durch meinen Umzug und den Wechsel des Freundeskreises ein Rückfall in alte Verhaltensmuster erledigt hat. Dass die Ursachen für meine damalige Alkoholkonsum natürlich andere waren (mangelndes Selbstwertgefühl, mangelnde Kommunikationsfähigkeit, auch private Probleme), ist klar. Aber diese Ursachen sind durch meine persönliche Weiterentwicklung (Abitur abgelegt, Studium angefangen, auf "eigenen Füßen" stehen) jetzt behoben!

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